Der Spiegel 19/07/2005 (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,365784,00.html)

Frankreichs Regierung plant ein härteres Vorgehen gegen islamische Fundamentalisten: Innenminister Sarkozy will die Ausweisung von Hasspredigern erleichtern. Es gelte "jetzt null Toleranz", sagte er einem Zeitungsbericht zufolge.

Paris - Der Staat müsse "sehr viel härter gegen diejenigen vorgehen, die junge Kamikaze anwerben", sagte Nicolas Sarkozy der Pariser Zeitung "Libération". Er werden "mit Blick auf französische Imane, die gewaltverherrlichende und fundamentalistische Reden halten, Verfahren zur Verwirkung der Staatbürgerschaft wieder beleben", sagte Sarkozy.

Frankreich werde zudem "systematisch alle ausweisen, die unsere Werte nicht respektieren und keine Franzosen sind", sagte der Minister. Sammelpunkte islamistischer Extremisten würden stärker überwacht. "Es gilt jetzt null Toleranz."


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TagesZeitung (http://www.taz.de/pt/2005/07/18/a0107.nf/text.ges,1)

Sarkozy droht Hasspredigern MADRID rtr/taz Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy hat die Ausweisung von muslimischen Hasspredigern angekündigt. Nach einem Treffen mit seinem spanischen Amtskollegen José Antonio Alonso sagte er am Freitag in Paris: "Die Republik (Frankreich) wird keine Reden dulden, die religiöse Zentren nutzen, um zu Hass, Gewalt und Anschlägen aufrufen." Im vergangenen Jahrzehnt hat Frankreich mehrere auslandstämmige islamische Prediger des Landes verwiesen. Ihnen wurde vorgeworfen, ihre Position missbraucht zu haben, indem sie zur Gewalt aufgestachelt hätten. Sarkozy und Alonso vereinbarten bei ihrem Treffen härtere Maßnahmen gegen illegale Einwanderung und Terrorismus. Frankreich und Spanien planten dabei gemeinsame Flüge für die Abschiebung illegaler Zuwanderer. Nach den Anschlägen in London, bei denen vor gut einer Woche mindestens 54 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden waren, hat Frankreich bereits seine Grenzkontrollen verstärkt.